News Ref. Kirchgemeinde Worb
Alles wirkliche Leben ist Begegnung (Martin Buber)
Medienmitteilung
Neuer Spielplatz bringt Leben in den Gutshof Enggistein – Einweihung setzt starkes Zeichen für Kinder in prekären Lebenslagen
Enggistein/Worb, 14. Juni 2026
Was lange gefehlt hat, ist nun Realität: Auf dem Gutshof Enggistein wurde am vergangenen Sonntag ein neuer Spielplatz eingeweiht. Ein Ort, der Kindern und Eltern des Rückkehrzentrums erstmals Raum für Unbeschwertheit, Bewegung und Begegnung bietet. Rund 150 Gäste nahmen an der interreligiösen Feier teil, die von Vertreterinnen und Vertretern der reformierten, katholischen und muslimischen Gemeinschaft gemeinsam gestaltet wurde.
Der Spielplatz entstand ausschliesslich durch Spenden und wurde von Anita Vogt, Projektleiterin der Reformierten Kirchgemeinde Worb, mit grossem persönlichem Engagement realisiert. Insgesamt leben im Rückkehrzentrum rund 60 Menschen, darunter etwa 35 Kinder und Jugendliche, die von der neuen Anlage profitieren. Sie steht auch der übrigen Worber Bevölkerung zur Verfügung und stellt somit ein Ort der Begegnung dar.
Ein Spielplatz gegen die Eintönigkeit und für ein Stück Normalität
Das Rückkehrzentrum Enggistein bietet Familien ein Dach über dem Kopf, jedoch ohne Gewissheit, wie lange sie bleiben können. Kinder verbringen zum Teil Jahre in einer Situation, die von Unsicherheit und Enge geprägt ist. Eine Studie der Eidgenössischen Migrationskommission (EKM) zeigte 2024, dass Kinder in der Nothilfe «in hochprekären Verhältnissen leben, stark belastet und in ihrer Entwicklung gefährdet sind».
Der neue Spielplatz setzt hier bewusst einen Kontrapunkt:
- Klettern, rutschen, toben: der Play Dome 4 bietet vielfältige Bewegungsmöglichkeiten für Kinder ab drei Jahren bis hin zu Jugendlichen.
- Begegnungszonen ermöglichen Eltern und alleinstehenden Frauen, aus den engen Wohnverhältnissen nach draussen zu kommen.
- Die Anlage erfüllt alle Sicherheitsnormen, ist robust, pflegeleicht und auf langfristige Nutzung ausgelegt.
«Der Ort wirkte oft wie ausgestorben. Kaum spielende Kinder, kaum Begegnungen. Deshalb war die Idee eines Spielplatzes naheliegend», sagt Projektleiterin Anita Vogt. «Jetzt gibt es einen Ort, an dem Kinder lachen, sich austoben und einfach Kind sein dürfen – und an dem Eltern Momente der Unbeschwertheit erleben.»
Einweihung als gemeinschaftliches Zeichen
Die Einweihung wurde interreligiös gestaltet von:
- Daniel Marti, Pfarrer der Reformierten Kirchgemeinde Worb
- Peter Sladkovic Büchel, Gemeindeleiter der Pfarrei St. Martin Worb
- Rubin Gjeci, Seelsorger / Muslimischer Theologe
- Anita Vogt, Projektleiterin
Musikalisch begleitet wurde das Fest vom Frauenchor Richigen, Leitung Vessela Christova sowie dem Interkulturellen Chor Worb, Leitung Selina Maria Batliner und der Kirchenmusikerin Katrin Günther.
Warum dieser Spielplatz jetzt wichtig ist
- Weil Kinder im Rückkehrzentrum keine Wahl haben, wie lange sie bleiben.
- Weil sie in einer Lebensphase, die von Unsicherheit geprägt ist, Orte der Stabilität und Freude brauchen.
- Weil ein Spielplatz nicht nur ein Spielplatz ist, sondern ein sozialer Raum, der Gemeinschaft schafft und Begegnungen ermöglicht.
- Und weil die Region Worb damit ein sichtbares Zeichen der Solidarität setzt.
Dank an die Spenderinnen und Spender
Die Reformierte Kirchgemeinde Worb dankt allen Menschen, die das Projekt finanziell unterstützt haben, darunter mehrere sehr grosszügige Spenderinnen und Spender. Ein besonderer Dank gilt Anita Vogt, deren Herzblut und Beharrlichkeit das Projekt getragen haben und dem Eigentümer der Liegenschaft, der stellte die Fläche für den Spielplatz kostenlos zur Verfügung stellt- ein entscheidender Beitrag, damit das Projekt überhaupt möglich wurde.
Hintergrund: Rückkehrzentrum Gutshof Enggistein
- Seit 1990 Asylzentrum, seit 2022 Rückkehrzentrum für Familien und alleinstehende Frauen
- Rund 60 Bewohnerinnen und Bewohner, davon etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche
- Menschen mit negativem Asylentscheid, die auf ihre Rückkehr warten – oft länger als vorgesehen
- Historisch: Waisenhaus (ab 1861), Erziehungsanstalt (ab 1911), Internierung polnischer Flüchtlinge im 2. Weltkrieg
Kontakt für Medien
Anita Vogt
Projektleitung Spielplatz Gutshof
Reformierte Kirchgemeinde Worb
Telefon: 079 229 70 08
E-Mail: 2anita.vogt@bluewin.ch
Ansprache Spielplatz-Einweihungsfest vom 14. Juni 2026, Anita Vogt
Liebe Kinder und Erwachsene die hier wohnen
Liebe Alle, die ihr hier seid
Liebe Alle, die die Realisierung des Spielplatzes ermöglicht haben
Auf meinen Hundespaziergängen kam ich regelmässig am Gutshof vorbei und war jedes Mal erstaunt, wie wenigen Menschen ich begegnete. Ich wusste, dass hier gegen 100 Menschen wohnen, viele Familien mit Kindern und viele alleinstehende Frauen. Wo waren sie alle?
Als sich für mich die Gelegenheit ergab, für die Reformierte Kirche Worb das Spielplatzprojekt zu leiten, war ich daher sofort einverstanden.
Wir haben gemeinsam ein erfolgreiches Projekt geschafft. Dies Dank vielen Beiträgen:
- von Daniel Marti, Pfarrer der Ref. Kirche Worb
Es war schon lange seine Idee und sein Wunsch, für die Kinder des Gutshofes einen Spielplatz zu realisieren. - von Jürg Reusser, Eigentümer des Gutshofes
Er stellte ein Stück Land direkt neben den Gebäuden des Rückkehrzentrums für den Bau eines Spielplatzes gratis zur Verfügung. - von Theo Schmid, Präsident des Kirchgemeinderates. Er hat das Projekt in mehrfacher Hinsicht tatkräftig unterstützt.
- von Stiftungen, Firmen und Einzelpersonen. Sie haben mit grosszügigen Spenden den Spielplatz fast ausschliesslich finanziert. Schauen Sie sich die Spendentafel beim Spielplatzeingang an.
- von Gerbermachts: er machte es! Es ist die Allrounder-Baufirma direkt vor der Haustüre. Er hat den Spielplatz sorgfältig und nach den Sicherheitsnormen für Spielplätze gebaut.
Auch wenn es manchmal harzig war, ist dieses Projekt gelungen.
Mir geht es darum, etwas für diese Kinder beizutragen, die für ihre aktuelle schwierige Situation nichts dafürkönnen. Kinder müssen sich entwickeln können, schulisch, aber auch physisch. Sie sollen sich zusammen mit anderen Kindern austoben können – vor allem, da sie hier in engen Platzverhältnissen leben.
Ganz wichtig ist das Zusammensein mit ihren Eltern. Aber auch das Zusammensein der Eltern untereinander. Deshalb wurde neben dem Spielbereich ein Verweilbereich mit Tischen, Sitzbänken und Grills geschaffen.
Für eure Beiträge und die grosse Unterstützung für die Realisierung des Spielplatzes danke ich euch allen. «Ein Tropfen hebt den Ozean»! Hier wurde das Sprichwort zum MACHwort. Unser Tropfen hier ist der Spielplatz.
In Zukunft geht es darum, dass der Spielplatz seinen Zweck erfüllen kann. Ich bitte alle Beteiligte, dies zu ermöglichen - dies ist mir ein grosses Anliegen!
Freuen wir uns für eine Zukunft des Spielplatzes, die dem Wohl der Kinder und deren Eltern dient.
Feiern wir heute gemeinsam ein gutes, schönes Fest!!
Das Buffet ist eröffnet! Ich wünsche allen «en Guete».
Zertifizierungsfeier Grüner Güggel 19.10.2025:
Medienmitteilung der oeku
Hohe Auszeichnung für die Ref. Kirchgemeinde Worb
Zertifizierung mit dem Label «Grüner Güggel» für herausragendes Engagement im Umweltbereich
Bis auf den letzten Platz war die Rüfenachter Kirche gefüllt als die Ref. Kirchgemeinde Worb ihren Erntedank – Gottesdienst feierte, in welchem auch die Verleihung des Zertifikats «Grüner Güggel» stattfand.
Andreas Frei von der oeku (Verein Kirche und Umwelt) lobte die Kirchgemeinde, die Pionierarbeit geleistet habe: Sie wäre erst die sechste Kirchgemeinde innerhalb der Landeskirche Bern-Jura-Solothurn, die diese Auszeichnung erhalte. Besonders eindrücklich und «absolut spitze» wäre die Reduktion der jährlichen Co2 Emissionen von 80 auf nur noch rund fünf Tonnen, was einem Flug von zwei Personen von Belp nach New York entspräche. Dazu seien die Kirchenareale im Sinne der Biodiversität mit viel Aufwand umgestaltet worden. In den Kirchgemeindehäusern wurden Recyclingstationen eröffnet und vieles mehr.
Charlotte Günther, Umweltbeauftragte der Kirchgemeinde Worb, unterstrich, dass das Umweltteam – bestehend aus Mitarbeitenden und freiwilligen Gemeindemitgliedern – in den letzten Jahren viel Arbeit geleistet habe und der «Grüne Güggel» in Worb ein Generationenprojekt sei. Sie selbst war bei der ersten Sitzung im Jahr 2019 erst 15 Jahre alt, Richard Volz, der dem Umweltteam vorsitzt, engagiert sich aus dem Ruhestand. Sie dankte dem Kirchgemeinderat für die Unterstützung und insbesondere allen, die aktiv und mit viel Zeitaufwand und Engagement mitgearbeitet hatten.
Musikalisch wurde der Festgottesdienst von den beiden befreundeten Chören der kath. Pfarrei St. Martin und des evangelischen Gemeinschaftswerkes festlich gestaltet und beim anschliessenden Apero konnten alle mit viel Freude und Dankbarkeit auf den «Grünen Güggel» anstossen.
